Orgelfahrt mit Simon Hebeisen und Martin Heini vom 10. Juni 2026

Eine muntere Schar versammelt sich beim Gössi Carterminal, viele kennen sich bereits und sind treue Teilnehmer der Orgelreisen. Martin Heini und Simon Hebeisen, unsere Hauptakteure, haben zusammen mit Joseph Hofstetter ein abwechslungsreiches Tagesprogramm gestaltet. Um die 40 Personen besteigen das grosse Fahrzeug. Jürg unser Chauffeur hat den Reisecar mit Dachfenster ausgesucht, die Aussicht ist zwar noch bescheiden, denn es ist noch grau und nieselt. Armin Gwerder kümmert sich mit Unterstützung von Beatrice Buholzer um das Einziehen der Reisebeiträge. Auf direktem Weg fahren wir nach Wildegg in die Kirche St. Antonius.

Von aussen sieht das Gotteshaus nicht besonders einladend aus, aber beim Eintritt in den Kirchenraum ändert sich dieser Eindruck – diese Weite und Höhe mit viel Holz, schlicht und zeitlos. Der bekannte Architekt Justus Dahinden hat sie geplant und 1969 wurde sie eingeweiht.
Simon Hebeisen erklärt die Geschichte der Goll Orgel und schildert seine Begegnung mit dem Architekten und wie es dazu kam, dass die Firma Goll den Zuschlag für den Bau der Orgel erhielt. Die neue Orgel fügt sich wunderbar in den Kirchenraum ein, so als ob der Standort schon immer so geplant war. Der Architekt wollte aber keine Orgel oder höchstens unter der Prämisse, dass sie sich nahtlos in den Kirchenraum einfügt. Da ist der Firma Goll ein Meisterwerk gelungen und die Handschrift von Simon zeigt, dass bei Goll auch sehr viel Verständnis für Architektur besteht.
Martin Heini spielt verschiedene Orgelstücke von Dietrich Buxtehude zur Klassik, Felix Mendelssohn Bartholdy zur Romantik und Michael Schütz (1963) für die Moderne. So zeigt sich die Vielfältigkeit der Orgel mit verschiedensten Klangfarben. Simon führt uns noch eine Konstruktion aus Holz zum Erhöhen des Fussmanuals vor. In Wildegg gibt’s Orgelunterricht für Kinder und so können sie mit ihren kürzeren Beinen auch mit den Fusspedalen spielen.

Nun folgt der zweite Teil des Morgenprogramms, ein Besuch auf Schloss Wildegg. Die Gruppen Garten und Schloss erlebten interessante Führungen durch zwei Frauen.
Dabei erzählen sie uns einiges aus der Geschichte, dem Leben und Wirken der Familie von Effenberg, angereichert mit Zitaten und Anekdoten. Die Gartengruppe ist beeindruckt von der Vielfalt der Pflanzen. Die Pro Spezia Rara Pflanzen tragen zur Erhaltung von alten Sorten bei. Nach diesem interessanten Programm wartet das Mittagessen im Ristorante Sale e Pepe. Wir geniessen das Essen beim Italiener. Die Verzögerung beim Service und Bezahlen holen wir beinahe wieder ein.

Die nächste Orgelpräsentation in Lenzburg spricht neben den Ohren auch die Augen an.
Die Kirche Herz Jesu wurde 1992 bis 1994 vom Architekten Hans Amrein renoviert. Godi Hirschi, der bekannte Kunstmaler aus Luzern wurde für die künstlerische Gestaltung verpflichtet. Schlichte verschieden farbige Wände, Stoffpaneele und Glasfenster schaffen eine ganz eigene Atmosphäre, je nach Lichteinfall entfalten sie eine beinahe mystische Stimmung. Die Orgel ist präsent, die Empore hat ein lichtdurchlässiges Geländer. Interessant ist die Anordnung der Orgelpfeifen, ist doch in der Mitte das Kirchenfenster prominent mit einem grossen Kreuz ausgenommen.

Martin spielt Werke aus verschiedenen Epochen und beginnt mit Bach Toccata d-Moll und als Kontrast einen «frisierten» Bach von Kunkel mit jazzigen Tönen. Danach kommt die französische Seite der Orgel zum Zug mit «Trois Pieces» von Vierne. Eine deutsche, romantische Komposition ergänzt die Vorführung. Zum Abschluss gibt es noch ein Stück, das alle Zuhörer zum Mitwippen animiert, der Klang erinnert an die Musikautomatenorgel aus Seewen.

Simon erzählt noch allgemein etwas zum Orgelbau. Jede Orgel ist anders, wird individuell gestaltet und den Bedürfnissen angepasst. Deshalb hat auch jede Orgel ihre Besonderheit. Die Zutaten zum Orgelspiel lauten Komposition, Spieler, Instrument und Raum.

Bei unserer letzten Station, der Weinmanufaktur Brunner in Eich gibt es einen feinen Apèro mit dem für das Schloss Wildegg gekelterten weissen Wildegger.

Wein anbauen, hegen und pflegen, verkaufen und bewerben, dies ist bei der Manufaktur auch Frauensache. Immer mehr Winzerinnen prägen die Weinkultur. Zufrieden machen wir uns auf den Rückweg nach Horw. Ein toller Tag, perfekt geplant und durchgeführt, geht zu Ende. Danke Martin, Simon, Joseph und Armin für das Erlebte!

Christina Kleeb

 

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