Liturgische Vesper im Advent 
«Jesu, komm in meine Seele» Sonntag, 12. Dezember 2021, 17.00 Pfarrkirche St. Katharina Horw

Diese Bitte aus der Kantate «Machet die Tore weit» von Georg Friedrich Telemann gab der Vesper das Thema vor. Advent, die Zeit der Umkehr und  Einkehr bietet auch die Gelegen-heit, sich Zeit für sich und seine Seele zu nehmen. So folgten Viele dem Aufruf und nahmen an diesem dritten Adventssonntag an der Vesper teil. Der Wechsel  von Text und Musik spricht Gemüt und Intellekt an, das eine ergänzt das andere, wobei gewisse Elemente zur Vesper, einem Stundengebet aus dem Kloster, gehören. Benedikt Wey führte engagiert durch die Liturgie. Auch die Zuhörer erhielten Gelegenheit sich einzubringen in Wechselgesang und Adventsliedern.

Die zahlreichen Besucher freuten sich aber besonders auf die Sopranistin Gabriela Bürgler, begleitet an der Theorbe von Sam Chapman und Martin Heini an der Truhenorgel. Das Eröffnungsstück von Monteverdi „Laudate Dominum“ führte gleich zurück in die Zeit des Barock.  Diese Epoche ist eine Zeitspanne tiefer Widersprüche: Sie ist eine Zeit der existen-ziellen Ängste und der Todeserfahrungen, ausgelöst durch Seuchen, Hexenwahn, Katastro-phen und langjährigen Krieg. Gibt es da etwa Parallelen zur heutigen Zeit?!

Gabriela Bürglers Gesang erfüllte mit Leichtigkeit den Kirchenraum in der Psalmodie „Danket dem Herrn“ im Wechsel mit der Gemeinde.  Innig erklangen die Töne, klar und rein in der Intonation. Beim „Sancta Maria“ von Frescobaldi wechselte die Sopranistin die Seite und sang in den Chorraum, sehr eindrücklich. Die Gesänge wurden einfühlsam begleitet durch die Theorbe, einem faszinierenden Saiteninstrument mit schönem Klang. Die Truhenorgel gab den „Boden“ dazu. In der Meditation „Toccata“ von Kapsberger war die Theorbe im Mittelpunkt und Sam Chapman gab eindrücklich sein Können preis. Aber auch Martin Heini an der Truhen-Orgel übernahm eine führende Rolle im Miteinander. Überhaupt war das Zusammenspiel der Künstler während der ganzen Vesper stimmig, natürlich und sehr harmonisch.

Mit dem „Magnificat“ von Bernardi folgte das Herzstück der Vesper, schlicht und ergreifend mit Begleitung der Truhenorgel. „Domine Deus“ von Vivaldi war ein würdiger Abschluss dieser Vesper, die sich der  Tradition verpflichtete. Vielen Dank der sympathischen Künstlerin Gabriela Bürgler und ihren Begleitern für dieses adventliche Feiern in der Pfarrkirche.

Christina Kleeb