Orgelrezital zum Muttertag am 11. Mai 2019

Ein romantischer Orgelabend als Auftakt zum Muttertag - zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen diese Einladung in die Pfarrkirche gerne an. Das Programm versprach Interessantes, abwechslungsreich wie das Wetter draussen.

Vincent Thévenaz gab gleich zu Beginn in sympathischer Art und Weise eine kurze Einführung in das vielseitige Programm. Er wies darauf hin, dass es wegen seiner unfallbedingten Fussverletzung eine kleine Programmänderung gebe. Ohne diesen Hinweis hätte garantiert niemand etwas von dieser Beeinträchtigung bemerkt.

Neben romantischen Werken in französischer und deutscher Manier sowie Werken für Klavierpedal erklang eine besondere Komposition, die Passacaglia von Barblan. Damit erwies der Künstler dem ehemaligen Titulaire (50 Jahre!) und Ehrenmitglied der Stadt Genf die Referenz.

Lockende, klagende, laute und leise, dumpfe, helle, grelle und feine Töne, die Register dazu mit Phantasie eingesetzt, erfüllten den Kirchenraum. Der Organist brachte auch die hinterste, unterste, höchste und tiefste Orgelpfeife zum Klingen.
Das Orgelge(t)witter erwies sich als Vogelgezwitscher, so schliesst sich der Kreis zum originellen Titel des Konzert-abends.

Die Improvisation am Ende gab einen Eindruck von der Begeisterung und dem hohen Können des Organisten. Gut hundert Zuschauer erhoben sich aus den Kirchenbänken, um dem bescheidenen und mit Freude spielenden Titulaire ihre Anerkennung zu zeigen.

Die Zugabe, ein Meisterstück auswendig gespielt mit zwei Helfern (und Könnern) an den Registern wurde nochmals mit grossem Applaus verdankt.

Wer weiss, vielleicht gibt es wieder einmal ein Wiedersehen über den Röstigraben hinweg? Gute Kontakte durch Martin Heini sind geknüpft.
Die Chance, ebenfalls fünfzig Jahre als Titulaire in Genf zu wirken, ist realistisch für Vincent Thévenaz bei seinem jugendlichen Jahrgang. Es wäre ihm und der Kirchgemeinde zu gönnen.