Kammermusik für Blockflöte, Gamben, Laute und Orgel vom 6.01.2019

Pius Strassmann begrüsste die in grosser Anzahl erschienenen Konzertbesucher mit dem Gedicht von Günther Eich „Sand im Getriebe“. Er munterte uns auf, sich auf Ungewohntes einzulassen, nichts gehört sich einfach so. Ein Oboenkonzert von Bach auf der Blockflöte, reich verziert oder eine sehr geglückte Bearbeitung von Thomas Goetschel für Gamben, er traut diese Offenheit den Zuhörern zu. Ein Konzert zwischen den Krippen von damals und jetzt, auch das ist ein passendes Sinnbild.

 Zur Epiphanie spielten die Musiker mit Konzentration und Freude ein abwechslungsreiches Programm, in dem auch leise und feine Töne Gehör fanden. Virtuos die Blockflöte, mit warmem Klang die Laute, abwechslungsreich die Gamben des cellini consort, perfekt unterstützt von der Truhenorgel. Barock in Variationen in italienischer Manier, dieses Versprechen aus dem Konzertprogramm wurde mit Bravour eingehalten, was der grosse Applaus bezeugte. Die Zugabe „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ beschloss feierlich das Konzert.

 Pius Strassmann sprach im Namen aller Musiker einen herzlichen Dank aus für die Gastfreundschaft und machte den Zuhörern von „Musik zu St. Katharina“ ein grosses Kompliment, es habe die Gabe Musiker dazu zu bringen, dass sie besser spielen, als sie es eigentlich können… Die Konzertbesucher bedankten sich ihrerseits mit einem zusätzlichen warmen Applaus für die 1 ½ Stunden Hörgenuss.

Sand im Getriebe.

Schlaft nicht,
während die Ordner
der Welt
geschäftig sind.

Seid misstrauisch gegen ihre Macht,
die sie vorgeben
für euch erwerben zu müssen!

Wacht darüber,
dass eure Herzen nicht leer sind,
wenn mit der Leere Eurer Herzen
gerechnet wird!

Tut das Unnütze, singt die Lieder,
die man aus eurem Mund
nicht erwartet!

Seid unbequem,
seid Sand,
nicht das Öl
im Getriebe der Welt!
Günther Eich