Kammermusik für Oboe, Fagott und Orgel vom 4. November 2018

Die zwei Gastmusiker, Renato Bizzotto Oboe und Andrea Cellacchi Fagott, bildeten zusammen  mit Martin Heini Orgel ein Trio, das die zahlreich erschienen Zuschauer in Bann hielt. Das abwechslungsreiche Programm startete mit einer Triosonate von Giovanni Platti, einem Komponisten aus der Barockzeit. Dem hellen klaren Klang der Oboe folgte das dunklere, warme Timbre des Fagotts im Zwiegespräch, einfühlsam begleitet von der Truhenorgel. 

In dieser Sonate waren schon Sturm- und Drangelemente vorhanden, wie Renato Bizzotto in seinem Kommentar dazu bemerkte. Wärmstens stellte er dabei auch seinen jungen Musikerkollegen Andrea Cellacchi als „Superstar“ vor,  Preisträger aller möglichen Auszeichnungen. Ein Glücksfall, diesen sympathischen Musiker quasi vor der Haustür kennenzulernen, noch bevor er seine Stelle als Solo-Fagottist des Luzerner Sinfonieorchesters LSO im Dezember antreten wird.

Doch nun galt es dem Oboisten Bizzotto zu lauschen in Benjamin Brittens „Metamorphosen“, Grundlage der Kompositionen bilden Ovids Sagen. In diesem Solostück zeigte sich die Vielfältigkeit des Instruments, die verschiedenen Klangfarben und Intensitäten, lockend bis klagend in „Pan“, Tiefen und Höhen in „Niobe“, neckisch und schnell  in „Bacchus“, meisterhaft gespielt vom erfahrenen Musiker.

In der Sonate g-moll von Vivaldi konnte sich das Publikum von der aussergewöhnlichen Musikalität des jungen Künstlers Cellacchi überzeugen. Auf das Preludio in warmen getragenen Tönen folgte Allemando, bewegt und in wechselnden Klangfarben, weiter zur Sarabande wunderbar getragen von der Truhenorgel. Giga war der krönende Abschluss, in immer schnelleren Läufen steigerten sich die Töne, wo nahm Andrea Cellacchi nur seinen Atem her?

Paul Wranitzky, ein in Wiener Musikkreisen sehr angesehener Komponist, verhalf zum nächsten Hörgenuss, einem Zwiegespräch zwischen Oboe und Fagott. In drei Sätzen kamen alle Facetten der beiden Instrumente zum Ausdruck, neben getragenen oder tänzerischen auch beinahe jazzige Töne oder sogar Ländler? Auf jeden Fall überzeugten wiederum beide Solisten, die mit Freude spielten.

Im zweiten Konzertteil vollzog Martin Heini den Wechsel auf die Hauptorgel und es folgten Orgel-klänge, die den Kirchenraum bis in die letzte Ecke füllten und bis ins Innerste drangen. Joseph Rheinbergers Komposition „Passacaglia“ in romantischer Klangfarbe schien alle Register, Höhen und Tiefen auszuloten und löste sich auf einem gewaltigen Schlussakkord.

In „Cantilène“ gesellte sich die Oboe dazu, wunderbar sie auch von hinten aus dem Kirchenraum zu hören. Orgel und Oboe ergänzten sich spielerisch, die Oboe übernahm dabei die Solostimme.

Im Stück „Vision“ für Orgel Solo übernahm wieder Martin Heini an der Hauptorgel, dunkle schwere Töne lösten sich auf in immer helleren und endeten im Durakkord, der Titel der Komposition erhielt seine Bedeutung von etwas Kommendem, das versöhnt. Eindrücklich wie der Organist das Instrument spielte, mit grossem Applaus bedankten sich die konzentrierten Zuhörer.

Im dritten Konzertteil wechselten die drei Musiker wieder in den Chorraum und es gab einen Stilwechsel. Die Auftragskomposition „Muri“ von Philippe Racine, ein extrem schwieriges Stück, meisterte Andrea Cellacchi mit Bravour und vollem Körpereinsatz. Er entlockte seinem Instrument Töne in allen Farben und Schattierungen. Den Abschluss und Rahmen bildete wieder eine Triosonate, diesmal von Händel, in der alle drei mit Konzentration und Freude spielten. Das Versprechen auf der Konzerteinladung, das Publikum mit den Klängen zu berühren, wurde mehr als eingehalten und mit warmem Applaus wurden die Künstler verabschiedet.