Drei für zwei - Konzert vom 04. März 2018

Musik zu St. Katharina hatte für den Konzertabend das Zwillingsschwesterchen zur bereits bekannten Truhenorgel auf Besuch. An der Konzertveranstaltung waren insgesamt drei Orgeln in verschiedenen Kombinationen einzeln und zu zweit zu hören: die Hauptorgel sowie die beiden Truhenorgeln. Dieses Jahr feiert Orgelbau Goll AG ihr 150-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass werden verschiedene Konzerte organisiert. Bei diesem Konzert ist speziell, dass nicht nur aus zwei verschiedenen Richtungen der Kirche Orgelklänge zu hören waren, sondern aus drei Richtungen, was das Gehör der Zuhörer ganz speziell beansprucht und aktiviert hat.


Nebst unserem geschätzten Musiker und Organisten Martin Heini hat Simon Hebeisen (Orgelbauer, Geschäftsführer von Orgelbau Goll AG und Musiker) das Konzertprogramm künstlerisch mitgestaltet.
Der Konzertabend wurde mit der Sonata G-Dur HWV 579 von Georg Friedrich Händel im Zusammen- und Wechselspiel beider Orgeln feierlich eröffnet. Es folgte Canzon mit den Tönen Sol Sol La Sol Fa Mi (g g a g f e) vom venezianischen Komponisten und Organisten Giovanni Gabrieli, ein Werk, das für acht Stimmen geschrieben ist. Die Organisten Martin Heini und Simon Hebeisen kommunizierten mit den beiden Truhenorgeln in einer interessanten und akustisch spannenden Weise – Stereo in Bild und Ton.
Mit der Toccata VII von Michelangelo Rossi zeigte Simon Hebeisen auf eindrückliche Art wie eine kleine Truhenorgel durch verschiedenste harmonische Wendungen und schnelle Läufe virtuos zum Klingen gebracht werden kann.
Die achtstimmige Sonata «La Leona» von Cesario Gussago sowie auch die Sonata in F-Dur von Gaetano Piazza liessen die Hauptorgel mit der Truhenorgel in Dialog treten. Die Zuhörer erlebten eine interessante Raumakustik und konnten mit ihren Ohren aktiv verfolgen, ob der Klang von der Haupt- oder der Truhenorgel kommt. Erstaunlich war das kraftvolle Volumen, welches die Truhenorgel der Hauptorgel entgegenhalten konnte.
Ein weiterer Hauptakzent setzte Martin Heini mit dem Präludium und der Fuge Es-Dur BWV 552 und der dazwischengeschobenen Triosonate Es-Dur BWV 525, welche repräsentative Orgelwerke aus Bachs Leipziger Zeit darstellen. Das Präludium liess die Schaffenskraft von Bach hörbar spüren, welche in diesem Werk voll ausgereizt wird. Mit dem ersten Triosonatensatz wurde zuerst ein luftiges, leichtes Spiel, mit dem Adagio eine träumerische Meditation und mit dem Allegro ein fliessend, beschwingter Abschluss gemacht. Bei der Fuge wurden schliesslich Themen verschoben und wohlklingend kunstvoll miteinander verknüpft. Immer mehr entwickelte sich die Fuge auf einen Höhepunkt hin, der dann mit einem fulminanten Schlussakkord endete.
Die Truhenorgeln schlossen den Konzertabend mit dem Concerto in G-Dur op. 26 No 1 von Michel Corrette ab. Eine der Orgeln übernahm die solistische Funktion und die andere spielte den Part eines begleitenden Orchesters. Für das Publikum war es spannend zu sehen und zu hören, wie die beiden Organisten während des Spiels häufig eigenhändig «umregistrieren» mussten, um die Dynamik eines Solokonzertes mit Orchesters zu erwirken.
Die beiden Künstler Simon Hebeisen und Martin Heini haben mit ihren Orgeln musikalisch und künstlerisch die barocken Werke in vollem Glanz erklingen lassen, so dass es für die zahlreichen Zuhörer/innen als ein unvergessliches Konzert in Erinnerung bleibt – und wer weiss, vielleicht werden wir das Truhenorgelschwesterchen zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal in Horw hören.