Die Goldberg-Variationen auf der Orgel 

Na, dann gute Nacht! - Konzert vom 5. Februar 2017

Was Bach für Cembalo zu zwei Manualen komponierte, interpretierte Martin Heini auf der Goll-Orgel. Dass Gottlieb Goldbergs Taufname Gollberg war, sei nur nebenbei erwähnt.
Die Goldberg-Variationen stellen zweifellos den Höhepunkt barocker Variationskunst dar. Als Variationsgrundlage diente Bach ein aus 32 Tönen bestehendes Bassthema, über denen er 30 kunstvolle Variationen entwickelte. Es ist kein Zufall, dass die Aria, die Variationen und die abschliessende Reprise der Aria mit ihren insgesamt 32 Stücken in ihrer Anzahl den 32 Basstönen des Themas entsprechen.

Berührend und mit meisterhafter Leichtigkeit interpretierte Martin Heini die zarte Melodie der eröffnenden Aria, wie auch die folgenden Variationen.

Bei den virtuosen Variationen bewies der Organist sein technisches Talent, denn das Überschlagen und Kreuzen der Hände „sei wohl eine sehr eingerissene Hexerey“, wie es Carl Philipp Emanuel Bach nannte. Leichtfüssig jagten sich die Töne durch die Klaviatur rauf und wieder runter.
Durch die geschickte Registrierung wurden die Variationen um ein Vielfaches farbiger und klangvoller. Die Musik fühlte sich an wie ein tanzendes, farbenfrohes Lichtspiel, bis sie in der 15. Variation wieder zur Ruhe kam.
In kräftigen Klangfarben eröffnete die Ouvertüre den zweiten Teil des Konzertes, und auch in den weiteren Variationen wurden die Zuhörer/innen mitgenommen in eine Welt der musikalischen Wunder. Bildhaft interpretiert, melancholisch, meditativ ertönte eine weitere Variation. Im Quodlibet erklangen verschiedene Volkslieder, eine Improvisationskunst der Bach-Familie, die Martin Heini mit grosser Virtuosität spielte.
Zum Schluss nochmals die einleitende Aria, noch gefühlvoller und zarter interpretiert als zu Anfang.
Ein geniales Werk von Johann Sebastian Bach, vollendet gespielt von Martin Heini.
Die in grosser Zahl erschienenen Besucher/innen dankten mit langem Applaus standing ovations und vielen Dankesworten.